Das Wiener Hofburg Orchester

Das Wiener Hofburg Orchester ist ein großes klassisches Orchester, das bereits 1971 gegrĂŒndet wurde. Damals hat der bekannte österreichische Musiker und Dirigent Gert Hofbauer die besten Musiker aus allen großen Orchestervereinigungen Wiens zusammengebracht.

ErklÀrtes Ziel:

Programme von hohem kĂŒnstlerischen Niveau zu erstellen und ein Orchester mit mindestens 30 – 40 erstklassigen Musikern und je nach AuffĂŒhrung 3-5 namhaften SĂ€ngern der Staats- und Volksoper Wien zu verpflichten.

(aus einem Interview auf: www.music.at )

Ihre Mission:

Dem Publikum etwas von dem musikalischen Reichtum dieser Stadt mitzugeben.

Gesagt, getan….

Wer genau war Gert Hofbauer? Er ist 1937 in Knittelfeld in der Steiermark geboren. 20 Jahre spĂ€ter studierte er Trompete erst in Graz (1958), dann in Wien (1960). 1962 landete er dann in Salzburg, wo er vom Salzburger Mozarteum-Orchester seine ersten Engagements erhielt und weiter im 2 Jahres-Rhythmus, wurde er 1964 vom TonkĂŒnstler-Orchester Niederösterreich engagiert. Er spielte jeweils die erste Trompete, was von seinem Talent zeugt. 1969 gab er dem Reiz des Dirigierens nach und besuchte neben den KonzerttĂ€tigkeiten die Dirigentenklasse von Richard Oesterreicher.

Bereits 2 Jahre spĂ€ter, (um im Rhythmus zu bleiben), kam ihm die Idee des Hofburg Orchesters. Nach eigener Aussage bewegte ihn dazu die damals bereits große aber ungesĂ€ttigte Nachfrage nach klassischen Konzerten in Wien. So grĂŒndete und dirigierte er viele Jahre lang das Wiener Hofburg Orchester und machte daraus eines der heute noch besten Orchester Wiens.

Am 4. August 2017 verstarb Gert Hofbauer.

Das Wiener Hofburg Orchester

Gert Hofbauer als Dirigent des Wiener Hofburg Orchester bei einem Silvesterkonzert

Wiener Hofburgorchester: kurze Geschichte zur langen Tradition

Seine ersten Konzerte hatte das Wiener Hofburg Orchester im Wiener Konzerthaus, spĂ€ter wurde in den Musikverein ĂŒbersiedelt. Zwischen 1988 und 2003 waren die bevorzugten SpielstĂ€tten die SĂ€le der Wiener Hofburg, wie der Festsaal oder der Redoutensaal.

Unter der Leitung von Gert Hofbauer erlangte das Wiener Hofburg Orchester durch in- und auslĂ€ndische Rundfunk- und Fernsehproduktionen, sowie TontrĂ€geraufnahmen bereits große Bekanntheit. Internationale Engagements bei symphonischen Konzerten brachten zusĂ€tzliche BerĂŒhmtheit.

Die Neujahrs-Anekdote

Bereits unter Gert Hofbauer wurde die Tradition der Silvesterkonzerte und der Neujahrskonzerte eingefĂŒhrt. Damals waren sie in Wien das 2. Orchester neben den Wiener Philharmonikern. Das hat aber kurzzeitig auch zu Problemen gefĂŒhrt. Denn laut dieses Artikels der Presse von 2009 sind die Wiener Philharmoniker gegen das Wiener Hofburg Orchester rechtlich vorgegangen. Der Grund war, dass sie sich 2008 den Begriff „Neujahrskonzert“ als Wortmarke haben eintragen lassen (zu sehen hier). Der letzte Stand in dem Artikel vom Dez 2009 war folgender:

[…]wurde Hofbauer „ausnahmsweise“ zugestanden, bereits vorhandene Druckwerke (also Flyer oder Plakate) fĂŒr den 1. JĂ€nner 2010 nutzen zu dĂŒrfen, allerdings nur bei einer „umfassenden UnterlassungserklĂ€rung“ fĂŒr die Zukunft und einer Zusage, die Wortmarke „Neujahrskonzert“ nicht anzugreifen. Genau das hat Hofbauer nun aber getan und durch seinen Anwalt die Löschung der Marke beantragt.

Das Ende vom Lied

Leider gibt es dazu in der Presse keinen Folgeartikel. Aber ein Mitarbeiter, der diese Geschichte beim Hofburg Orchester miterlebt hatte konnte sich noch an Teile davon erinnern. NĂ€mlich, dass sie damals in den Archiven altes Druckwerk herausgesucht haben mit dem sie belegen konnten, dass auch sie schon dreißig Jahre lang Neujahrskonzerte veranstaltet hatten. Somit war dies keine kurzfristige Nachahmung bei ihnen. Den Kommentaren zu diesem Zeitungsartikel kann man entnehmen, dass die Leser alles andere als begeistert von dieser Aktion waren.

Ob nun aufgrund der lange vorher bestehenden Tradition, der fehlenden Unterscheidungskraft der Wortmarke oder sonstigem, es hat jedenfalls gut fĂŒr das Hofburg Orchester geendet. Nach wie vor spielen sie ihr Neujahrskonzert, derzeit im Gartenpalais Liechtenstein. Es gibt noch viele weitere Orchester in ganz Österreich die Neujahrskonzerte spielen. Und mal ganz ehrlich, eine Verwechslungsgefahr besteht hier ja wirklich nicht. 😊

Am besten ĂŒberzeugen Sie sich davon einfach selbst in dem Sie eines der Konzerte des Wiener Hofburg Orchester zischen Mai und Ende Oktober besuchen. Tickets erhalten Sie unter Viennatickets.com

Wiener Hofburgorchester

Das Drama “Neujahrskonzert” nahm ein gutes Ende fĂŒr das Wiener Hofburg Orchester

Das Hofburg Orchester heute

2014 hat Sylvia Moser das Wiener Hofburg Orchester ĂŒbernommen, ihr vordergrĂŒndiges Ziel ist die möglichst authentische Interpretation der Wiener Klassik.

Damit ist sie in große Fußstapfen getreten – die des großen Gert Hofbauer. Doch als Kind zweier StaatsopernsĂ€nger, als selbst ehemalige OpernsĂ€ngerin, sowie MitbegrĂŒnderin und Leiterin des Wiener Residenzorchester weiß sie diese auch auszufĂŒllen 👣

Zusammen mit ihren Kindern, die natĂŒrlich auch klassische Ausbildungen genossen, managed sie die symphonischen Konzerte in herausragender Manier. Mehr zu Sylvia Moser hier in unserem Artikel ĂŒber das Wiener Residenzorchester oder hier der Link zu Ihrer Biographie.

Sylvia Moser und ihre Kinder

Auf dem Bild links sehen Sie Sylvia Moser und ihre Kinder, die sich alle fĂŒr das Wiener Hofburg Orchester engagierenÂ đŸ§ĄÂ đŸŽ»

Von oben nach unten:

Maria

Lisa

GĂŒnther

Die Performance unter Sylvia Moser

Das Wiener Hofburg Orchester konzertiert zwischen Mai und Oktober mit ca 40 hervorragenden Musikern. Sie interpretieren Wiener Walzer- und OperettenklĂ€nge. Dabei handelt es sich um berĂŒhmte StĂŒcke von Strauss und Mozart, aber ebenso von Franz LehĂĄr und Emmerich Kalman. Dazu performed ein klassisches Ballettpaar, teilweise besetzt mit TĂ€nzern, die bereits in der Staatsoper Engagements hatten. Bei manchen Wiener KlĂ€ngen begleitet das Hofburg Orchester OpernsĂ€nger. Zum Teil wird solo, zum Teil im Duett gesungen. Große KĂŒnstler unserer Zeit wie Sera Gösch, Ella Tyran, Andrea van der Smissen, Peter Edelmann, Franz Supper, Eugene Amesmann, Georg Lehner und andere verzaubern mit ihren kraftvollen Stimmen.

Die Biografien der einzelnen KĂŒnstler finden Sie jeweils wenn Sie die Namen anklicken.

90 Minuten wird in den schönsten KonzertsĂ€len Wiens konzertiert – ohne Pause. Die HauptspielstĂ€tte des Wiener Hofburg Orchester war bisher immer der imposante Redoutensaal in der Hofburg Wien. Aufgrund aktueller Renovierungsarbeiten am Wiener Parlament steht dieser Saal allerdings ausschließlich der Politik zur VerfĂŒgung. Das Parlament tagt nun also im Redoutensaal der Hofburg, das Hofburg Orchester ist gezwungen auszuweichen. Daher spielen sie nach Möglichkeit im majestĂ€tischen Festsaal oder im Zeremoniensaal der Hofburg Wien – um ihrem Namen treu zu bleiben – und oft auch im Mozartsaal des Konzerthaus Wien. Hin und wieder auch im Musikverein.

JĂ€hrlich spielen zwei Weihnachtskonzerte im großen Festsaal der Hofburg mit bis zu ĂŒber 1000 GĂ€sten! An einzelnen Tagen und zu Silvester und Neujahr entfĂŒhren sie ihr Publikum im zauberhaften Ambiente des Gartenpalais Liechtenstein in die Welt der Klassik. Und zu Silvester und Neujahr konzertieren sie mit verstĂ€rkter Besetzung (ca 50 Musiker) und 4 OpernsĂ€ngerInnen.

Video vom Wiener Hofburg Orchester am Neujahrskonzert 2018 – “BrĂŒderlein und Schwesterlein”, gesungen von Isabel Seebacher, Franz Supper, Rita-Lucia Schneider und Marco Di Sapia (von links nach rechts); dirigiert von Giuseppe Montesano

Die musikalische Leitung des Wiener Hofburg Orchester

Die musikalische Leitung hat Sylvia Moser 2017 an Giuseppe Montesano ĂŒbertragen.

Wer ist Giuseppe Montesano?

Wir haben Giuseppe Montesano bereits in unserem Beitrag zum Wiener Residenzorchester beschrieben, aber um mehr ins Detail zu gehen, seine Biografie beschreibt ihn folgendermaßen:

Der aus Turin stammende Musiker hat am Konservatorium seiner Heimatstadt Klavier und Komposition studiert und als Stipendiat des Vereins “Associazione per la Musica De Sono” hat er die Ausbildung zum Orchesterdirigenten in der Klasse von Professor Georg Mark an der Konservatorium PrivatuniversitĂ€t Wien und in der Klasse von Maestro Vittorio Parisi am Conservatorio di Milano mit Auszeichnung absolviert. In der Saison 2015/2016 war Giuseppe Montesano Assistent von Philippe Jordan bei den Wiener Symphoniker und Musikalischer Leiter der Produktion der Johann Strauß Operette Wien. In der Saison 2013-15 war er auch Assistent von Walter Kobera bei der Neue Oper Wien. Seit September 2017 ist er als musikalischer Leiter beim Wiener Residenzorchester und  des Wiener Hofburg Orchester engagiert. Im September 2011 bekam er den ersten Preis des 5. Internationalen Dirigentenwettbewerb in Graz und im Mai 2016 den ersten Preis im Internationalen Wettbewerb fĂŒr Operndirigenten in Constanta verliehen.

Giuseppe Montesano als musikalischer Leiter des Wiener Hofburg Orchester

Montesano und das Hofburg Orchester

Wie gesagt hat er – ebenso wie beim Wiener Residenzorchester – die musikalische Leitung. Er ist der Verantwortliche fĂŒr die musikalische QualitĂ€t des Orchester. Dazu zĂ€hlen Entscheidungen bezĂŒglich des Programms, der Besetzung oder auch mal Nichtbesetzung, OrchestergrĂ¶ĂŸe etc. Manche dieser Entscheidungen trifft er in Abstimmung mit der erfahrenen Sylvia Moser.

Unter seiner musikalischen Leitung dirigieren das Wiener Hofburgorchester GrĂ¶ĂŸen wie Vinicius Kattah, Prof. Robert Lehrbaumer, Svetoslav Borisov oder Gerhard Lagrange. Und auch er selbst fĂŒhrt die Musiker gerne in harmonischem Einklang durch die Opern- und WalzerklĂ€nge. Dazu wissen die Dirigenten auch noch ihr Publikum zu unterhalten.

Einen genauen Überblick ĂŒber alle diese großartigen KĂŒnstler die das Wiener Hofburg Orchester zu dem machen was es ist – nĂ€mlich eines der besten seiner Art  – finden Sie hier auf der Homepage des Orchesters.

Persönliche Erfahrung der Autorin

Ich selbst hatte das GlĂŒck mein erstes klassisches Konzert mit dem Wiener Hofburg Orchester zu erleben. Und ich muss gestehen, davor dachte ich klassische Musik wĂ€re etwas fĂŒr Menschen mit eigener Bibliothek zu Hause, die abends bei einem Glas Rotwein Symphonien hören und Nietzsche zitieren. Daher war mein erster Besuch eher verhalten. NĂ€mlich auch noch am Neujahrskonzert – der Tag nach der Silvesternacht. Manche können sich wohl vorstellen, dass man am 1.Januar nur schwer sein Wohnzimmer verlĂ€sst. Aber ich hatte es meiner Begleitung versprochen. Schon das Betreten des Gartenpalais Liechtenstein, dann weiter in den eindrucksvollen Herkulessaal ließ mich staunen. Und als dann wenig spĂ€ter diese ĂŒberwĂ€ltigende Livemusik von beinahe 50 Musikern und die eindrucksvollen Stimmen der OpernsĂ€nger auf mich wirkten, war die Silvesternacht – besser gesagt ihre Folgen – schnell vergessen. Sogar ein bisschen Wiener Spaß wurde eingebaut. Und ich finde das gehörte auch dazu, das ist Wien. Der Radetzkymarsch hat mir auch noch ein nostalgisches LĂ€cheln auf die Lippen gezaubert, denn den kannte ich noch aus meiner Kindheit. Ich habe an diesem Abend die ganze Wirkungsmacht und Schönheit dieser Musik erfahren. Mittlerweile mache ich sogar manche morgendlichen Yoga-Übungen zu Klassik. Nicht immer. Ich bin noch lange kein Profi, aber ich weiß bei manchen StĂŒcken schon mal von wem oder aus welcher Sinfonie sie sind. Das macht Freude und auch ein bisschen stolz, denn klassische Musik begegnet uns ĂŒberall und immer wieder. Und dieses Neujahrskonzert war mein erstes, nicht mein letztes. Inzwischen war ich bei vielen mehr und ich bin noch lange nicht fertig …Â đŸ’›đŸŽ»


Wenn auch Sie sich ĂŒberzeugen lassen möchten von diesem großartigen Orchester, dann buchen Sie hier ihre Tickets online, schnell und sicher 😉

Das Wiener Hofburg Orchester auf der Stiege des Gartenpalais Liechtenstein

Schreibe einen Kommentar